So wird der Tagessatz berechnet
Ihr Tagessatz muss alles bezahlen, was als Angestellter der Arbeitgeber trägt: Urlaub, Krankheit, Vorsorge, Arbeitsmittel und die Zeit, in der Sie kein Geld verdienen. Deshalb rechnet der Rechner rückwärts vom Jahresbedarf:
Abrechenbare Tage = (260 − Feiertage − Urlaub − Krankheit − Weiterbildung) · (1 − nicht abrechenbarer Anteil)
Tagessatz = (Gewinn + Betriebskosten + Vorsorge) ÷ abrechenbare Tage
Stundensatz = Tagessatz ÷ Stunden pro Tag
Rechenbeispiel
Sie wollen 70.000 € Gewinn vor Steuern. Dazu kommen 12.000 € Betriebskosten und 14.000 € für Kranken- und Altersvorsorge, zusammen 96.000 €. Von 260 Werktagen bleiben nach 10 Feiertagen, 30 Tagen Urlaub, 10 Krankheitstagen und 5 Tagen Weiterbildung noch 205 Tage. Davon gehen 20 % für Akquise und Verwaltung ab, also bleiben 164 abrechenbare Tage. Der Tagessatz liegt damit bei 585 € netto, der Stundensatz bei 73,17 €.
Typische Tagessätze in Deutschland
| Bereich | Übliche Spanne (netto) |
|---|---|
| Grafik, Text, Social Media | 350 – 700 € |
| Webentwicklung | 500 – 900 € |
| Softwareentwicklung, IT-Beratung | 700 – 1.200 € |
| Projektmanagement, Interim-Management | 800 – 1.500 € |
| Ingenieurwesen, technische Beratung | 700 – 1.300 € |
Grobe Orientierungswerte. Erfahrung, Spezialisierung, Region und Auftraggeber verschieben die Sätze deutlich.
Häufige Fehler
- Mit 220 Tagen rechnen. Das sind Arbeitstage eines Angestellten, keine abrechenbaren Tage eines Freelancers.
- Vorsorge vergessen. Kranken- und Rentenversicherung zahlen Selbstständige komplett selbst.
- Gewinn mit Netto verwechseln. Vom Gewinn gehen noch Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag ab.
- Leerlauf ignorieren. Zwischen zwei Projekten liegen oft Wochen ohne Umsatz.
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